Geschichte

Werkkunstschule 1969_small

Die Fachrichtung Modedesign an der Hochschule Trier gilt nicht nur als eine der anerkanntesten in Deutschland, sie ist auch die älteste noch existierende Einrichtung für Modedesign, die als Designklasse 1922 an der staatlichen Handwerker- und Kunstgewerbeschule gegründet wurde.

Sie ist heute nach mehreren Umbauten in dem Gebäude des ehemaligen Dominikanerinnenklosters St. Katharina am Irminenfreihof untergebracht, welches im 18. Jahrhundert unter dem Baumeister Johannes Seiz entstand. Nach unterschiedlichen Nutzungen – im Zweiten Weltkrieg als Militärlazarett und danach als Staatsbauschule – wurde der historische Gebäudekomplex letztmals zur Jahrtausendwende renoviert.

Von der Gründung der Modedesignklasse im Jahr 1922 bis Mitte der 1950er Jahre fanden die Absolventinnen1 ihr berufliches Betätigungsfeld vorwiegend in der Selbstständigkeit mit dem Entwurf und der Anfertigung von individuellen künstlerischen Kleidungsstücken für Privatkunden.

Ab etwa 1950 bis 1955 entstanden in Deutschland Unternehmen, in denen für den Entwurfs- und Schnittbereich künstlerisch und praktisch ausgebildete junge Menschen – so genannte Direktricen oder später Designer graduiert2 – benötigt wurden. In zunehmendem Maße fanden hier Trierer Studierende ein neues Beschäftigungsfeld im Bereich Textilien und Mode. Zum Teil arbeiteten sie auch als Modeillustratoren, im Modejournalismus sowie im Vertrieb und in den Marketingabteilungen verschiedener deutscher Textilunternehmen.

Prozentual verhielt sich in den 1970er Jahren das Verhältnis von freischaffenden zu den angestellten Absolventinnen und Absolventen etwa 40 zu 60 Prozent. Dies sind vorsichtige Schätzungen, da ausführliche Studien hierzu fehlen.

Seit etwa 1970 wurden zur Leitung von Modeabteilungen in der aufstrebenden Modebranche vielseitig ausgebildete Modedesignerinnen und -designer eingesetzt, die sämtliche Bereiche dieses Fachs abdecken und führen konnten. Die Trierer Lehrinhalte zeigten sich hierfür als Idealvoraussetzung und führende Unternehmen begannen bevorzugt Absolventinnen und Absolventen der Fachrichtung Modedesign aus Trier zu beschäftigen.

Hieraus entstanden bis heute bestehende Kontakte und stetig erreichen die Fachrichtung Mode der Hochschule Trier Anfragen für Empfehlungen von Absolventinnen und Absolventen.

  1. Aufgrund der geringen Zahl der männlichen Studierenden wird hier nur von Absolventinnen gesprochen. Erst ab 1961 ist in Trier ein männlicher Studierender nachweisbar.
  2. Alte Bezeichnung für Hochschulabschluss im Designbereich.

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